Die fette Recycling-Lüge



Plastikmüll Handel in aller Welt
Wo geht der Plastikmüll hin?



Ab in die Gelbe Tonne und zack, das gute Gewissen anschalten!

Ja, wir Deutschen rühmen uns gern als die absoluten Recycling-Weltmeister. Aber liebe Leute, unsere Weste ist in Sachen Umwelt längst nicht Blütenweiß!Die Hälfte der Joghurtbecher, Wasserflaschen und Tütchen aus unseren Haushalten wird nämlich überhaupt nicht wiederverwertet. Vielmehr landen die gesammelten Werke auf dem nächsten Containerschiff Richtung Südostasien.

Aktueller Hotspot ist Malaysia

Bis 2018 wurde der Großteil europäischer Plastikberge ins Land der untergehenden Sonne importiert. Denn was bei uns in der Tonne landet, galt lange Zeit als bares Geld. Immer mehr Produkte werden jedoch aus billigsten Materialien hergestellt. Firmen, die Kunststoffe herstellen, kommt das nicht in die Tüte. Sie nehmen lediglich Rezyklate, wenn sie preislich und qualitativ mit Rohöl mithalten können. China hatte keinen Bock mehr auf finanzielle Verluste und zog die Reißleine. Also musste ein neuer Abnehmer her. Hallo Malaysia! Insgesamt 686 000 Tonnen Altplastik hat der Staat nach UN-Angaben von Januar bis Oktober 2018 importiert. Und Deutschland ist ganz vorne mit dabei - 100 000 Tonnen Plastikmüll haben wir verschifft.

Die Müllmafia lässt grüßen

Allerdings wird der größte Teil des Plastiks von äußerst dubiosen Firmen abgenommen. Statt in die Wiederverwertung zu investieren, lagern die die Abfälle in verlassenen Gebäuden und improvisierten Deponien. Oder verbrennen sie gleich mal unter freiem Himmel. Übrigens gern in der Nähe von Wohngebieten. Der beißende Rauch ist großartig für Lunge und Bronchien.

Die Umwelt dankt

Außerdem sind viele der Deponien ungesichert. Bei Stürmen und starken Regen, was in Asien ja durchaus nicht selten vorkommt, gelangt der Müll unkontrolliert in die Umwelt und ins Meer. Und was das bedeutet, wissen wir ja!

Und Costa Rica?

Bei uns im vermeintlichen Natur-Paradies finden sich zwar fast überall öffentliche Abfalleimer mit verschiedenen Behältern für Glas, Plastik, Alu, organische Abfälle, Papier/Karton und nicht-recycelbare Abfälle.Der gute Wille ist aber noch nicht in allen Köpfen angekommen. Im Alltag wird herzlich wenig getrennt.

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